Städte als Hotspots für Biodiversität
Wie beeinflussen Stadtstrukturen das Vorkommen unterschiedlicher Insektenarten?
Projektlaufzeit
2025-2028
Thema
Urbanisierung ist ein unaufhaltsamer Prozess: Schätzungen zufolge werden im Jahr 2050 etwa 68 % der Menschen in Städten leben. Während Städte für uns Menschen immer wichtiger werden, geraten ihre kleinsten Bewohner, die Insekten, oft in Vergessenheit. Dabei sind städtische Grünflächen wichtige Rückzugsorte für viele Arten und sollten nicht vernachlässigt werden.
München gilt im Vergleich zu anderen Großstädten als besonders grün. Trotzdem wissen wir noch nicht genau, ob das vorhandene Grün für Insekten ausreicht und welche Formen, zum Beispiel Büsche oder Wiesen, besonders wichtig sind.
Unser Projekt untersucht daher, welche Stadtstrukturen Insektenvorkommen fördern oder erschweren. Dazu gehören zum Beispiel die Nähe zum Stadtzentrum, die Menge an versiegelten Flächen, die Grünflächen, die Temperatur, die Bebauungsdichte sowie die Verfügbarkeit und Nähe von Wasserflächen.
Ziel ist es, herauszufinden, was städtische Lebensräume für Insekten zu wertvollen Habitaten macht, damit unsere Stadt auch für die kleinsten Bewohner lebenswert bleibt.
Um herauszufinden, welche Insekten in der Stadt leben, nutzen wir verschiedene Methoden:
- Fensterfallen hängen wir an Straßenlaternen auf, um fliegende Insekten zu fangen. Sie sind von April bis Juli aktiv.
- Künstliche Nisthilfen für Wildbienen und Wespen hängen wir an denselben Laternen auf. Sie werden im März angebracht und im September wieder eingesammelt. So können wir sehen, welche Arten die Nisthilfen nutzen und welche Qualität der eingetragene Pollen als Futter hat.
- Bodenfallen setzen wir im Juni in Grünflächen (unter Büschen, Bäumen und auf Grasflächen) für drei bis fünf Tage ein. Diese Becher, die in den Boden eingegraben werden, fangen bodenlebende Insekten und Spinnen. Mit dieser Methode erfahren wir, welche Vegetationstypen für Insekten in der Stadt besonders wichtig sind.
Alle Fallen werden regelmäßig kontrolliert.
Generelle Anfragen:
Tel.: +49.8161.71.3495
E-Mail: toek(at)ls.tum.de
Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Weisser, E-mail: wolfgang.weisser(at)tum.de
Doktorandin: Zoé Hentschel, E-mail: zoe.hentschel(at)tum.de