ZAW - Centre for Alpine Forestry
Förderung und Laufzeit:
Eva Mayr-Stihl Stiftung | 2026-2030
Zusammenfassung:
Alpine Wälder erbringen vielfältige Ökosystemleistungen: vom Schutz von Siedlungsräumen vor Naturgefahren über die Bereitstellung von Lebensräumen bis hin zur Holzproduktion. Im bayerischen Alpenraum sind 60 Prozent der Waldfläche Schutzwälder, die Siedlungen und Infrastruktur vor Lawinen, Murgängen und Steinschlag bewahren. Der Klimawandel stellt diese Wälder vor wachsende Herausforderungen: Die Erwärmung verläuft im Alpenraum doppelt so schnell wie im globalen Mittel. Ob die Schutzwälder ihre Funktion unter diesen Bedingungen langfristig aufrechterhalten können, ist bislang ungeklärt.
Das Zentrum für alpine Waldwirtschaft (ZAW) an der TUM, gefördert durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung, bündelt die Expertise von fünf Professuren, um diese Fragen interdisziplinär zu bearbeiten und wissenschaftlich fundierte Grundlagen für den Erhalt der alpinen Schutzwälder zu schaffen.
Wie die Ökosystemleistungen alpiner Wälder räumlich variieren, bleibt jedoch weitgehend ungeklärt, da eine flächendeckende Erfassung allein auf Basis terrestrischer Erhebungen kaum möglich ist.
Fernerkundung bietet hier einen vielversprechenden Ansatz, um Ökosystemleistungen und die sie steuernden Ökosystemfunktionen großräumig und kontinuierlich zu erfassen. Im Rahmen des ZAW entwickelt Teilprojekt 4 deswegen neue Methoden zur Kartierung und Quantifizierung von Ökosystemleistungen und -funktionen alpiner Wälder aus hochaufgelösten Satellitendaten. Hierfür wird zunächst ein Alpine Data Cube aufgebaut, der multitemporale Satellitendaten für den Alpenraum in eine analysierbare Form bringt. Darauf aufbauend werden phänologische Metriken wie der Beginn und das Ende der Wachstumsperiode oder die saisonale Vegetationsdynamik aus Satellitenzeitreihen abgeleitet und räumlich kartiert. Pflanzenphänologie, also die Untersuchung zyklischer biologischer Ereignisse wie Knospenaufbruch, Blüte, Samenbildung und Blattfall in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen, zählt zu den sensibelsten Indikatoren für den globalen Wandel. Satellitenbasierte Phänologiedaten ermöglichen es daher, klimabedingte Veränderungen in alpinen Wäldern großräumig nachzuverfolgen. In einem weiteren Schritt sollen diese Daten mit hochaufgelösten Dendrometer-Messungen aus Teilprojekt 1 und 2 verglichen werden, um das Potenzial beider Methoden besser zu verstehen.
Forschungsteams:
Dies ist eine gemeinsame Zusammenarbeit der folgenden Professuren: Professur für Ökoklimatologie, Professur für Tree Growth and Wood Physiology, Lehrstuhl für Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften sowie Professur für Waldinventur und nachhaltige Nutzung.
Ansprechsperson:
Weitere Informationen erhalten Sie bei:Florian.Drebes(at)tum.de
Neueste Veröffentlichungen:
Aktuelle Veröffentlichungen sind in Arbeit und werden hier gelistet, sobald sie verfügbar sind.