| Bearbeiter: | Sander-Titgemeyer, A.; Weber-Blaschke, G. |
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| Finanzierung: | Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Waldklimafonds |
| Kooperationspartner: | Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH .bwc management consulting GmbH TUM Lehrstuhl für Wald und Umweltpolitik |
LauBioek: Laubholznutzung im Rahmen einer effizienten Bioökonomie

Fotos 1-3: © HFM, R. Rosin; 4: © Fachschaft Forst TUM
Verbundprojektbeschreibung
Ziel des Projekts ist die Analyse der ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen verschiedener Nutzungsformen von Laubholz als Bestandteil einer nationalen und regionalen Bioökonomie-Strategie am Beispiel des Bundeslandes Bayern. Dazu sollen die Potenziale und Herausforderungen einer innovativen Laubholzverwendung analysiert und Lösungsvorschläge entwickelt werden. Neben den Nachhaltigkeitsindikatoren soll auf Basis von technischen, rechtlichen und strukturellen Kriterien eine Entscheidungsmatrix für die Akteure der Wald-Forst-Holz-Kette erarbeitet werden. Mit Hilfe der Entscheidungsmatrix können verschiedene alternative Nutzungsmöglichkeiten für die zukünftige Laubholznutzung anhand von Produktlinien sowie regionaler Ressourcen-Szenarien bewertet und Handlungsmöglichkeiten abgeleitet werden.
Die Arbeitsplanung gliedert sich in fünf fachliche Pakete (Abb. 1). Im Arbeitspaket 1 „Ressourcenaufkommen“ werden mit Hilfe des Waldwachstumssimulators WEHAM das zukünftig zu erwartende Laubholzaufkommen sowie das gegenwärtige und zukünftige Aufkommen an Industrierestholz und Altholz ermittelt. Arbeitspaket 2 „Status Quo und Potenziale der Technischen Holznutzung“ umfasst die Ermittlung gegenwärtig etablierter und zukünftiger innovativer Laubholznutzungswege, die mit den Akteuren der Holzwirtschaft und Holzwissenschaft erörtert und hinsichtlich ihres Entwicklungspotenzials bewertet werden. Das Arbeitspaket 3 „Stoffstrombilanz“ beinhaltet die Darstellung der quantitativen Holzströme auf der Basis aktueller Daten sowie verschiedene Laubholz-Verwendungs-Szenarien auf bayerischer Ebene. Arbeitspaket 4 „Bewertung“ besteht aus der Untersuchung der einzelnen Wertschöpfungsketten von Laubholz und aller Laubholznutzungswege als Ganzes in der Region Bayern hinsichtlich ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte. Zusätzlich werden Substitutionsmöglichkeiten im Vergleich bewertet. Eine Gesamtbewertung unter Einbezug aller drei Indikatoren wird mittels SWOT-Analysen durchgeführt, deren Ergebnisse in die Entscheidungsmatrix eingehen. Das Arbeitspaket 5 umfasst Berichterstattung und Kommunikation der Ergebnisse.

Abbildung 1: Schema der Vorgehensweise im Verbundprojekt. AP: Arbeitspaket; KUP: Kurzumtriebsplantagen
Der Projektteil der Forschungsgruppe Stoffstrommanagement umfasst das Mitwirken an AP 3 und die Federführung von AP 4. Im AP 3 werden die aktuellen Mengenströme von Laubholz in Bayern für die Prozesse der verschiedenen Absatzstufen als Basisszenario ermittelt. Für die Bewertung im AP4 wird als Ausgangslage die Struktur der Laubholzprozessketten im aktuellen Zustand abgebildet. Dabei soll der Status Quo hinsichtlich traditioneller Laubholznutzung, z.B. Energieholznutzung, und weiterführender Verwendung analysiert werden. Die Veränderung der zukünftigen Struktur durch erhöhtes Laubholzaufkommen und innovative Laubholzverwendungen werden als mögliche Szenarien weiterentwickelt.
In der Bewertung soll u.a. die Untersuchung der Umweltwirkung der einzelnen Produktlinien sowie Szenarien durchgeführt werden. Hierfür wird die Methode des consequential Life Cycle Assements in Kombination mit der regionalen Stoffstromanalyse herangezogen. Dabei werden zum Vergleich verwendete Nichtholzprodukte ebenfalls bilanziert, um Substitutionswirkungen durch Laubholzprodukte zu analysieren. Zusätzlich wird die Klimabilanz der verschiedenen Szenarien der AP 1 bis 3 aufgestellt, so dass die Klimaleistung der Wald- und Holzaufkommensentwicklung unter Berücksichtigung der innovativen Laubholznutzung für die nächsten zwanzig Jahre ermittelt wird. Die Ergebnisse der Bewertung werden in die SWOT Analysen und Entscheidungsmatrix integriert.
Laufzeit: 04/2020 - 09/2023
Bearbeitung: Forschungsgruppe Stoffstrommanagement: Sander-Titgemeyer, A., Weber-Blaschke, G.
Publikationen:
Sander-Titgemeyer, A., Risse, M., & Weber-Blaschke, G. (2023). Applying an iterative prospective LCA approach to emerging wood-based technologies: three German case studies. The International Journal of Life Cycle Assessment, 28(5), 495-515. https://doi.org/10.1007/s11367-023-02139-z
Sander‐Titgemeyer, A., Torno, S., & Weber‐Blaschke, G. (2025). Predicting the environmental consequences of different energy and material applications for Bavarian hardwood harvest. Journal of Industrial Ecology 29, 1250–1264. https://doi.org/10.1111/jiec.70047
Sander-Titgemeyer, A. (2025). Prospective consequential life cycle assessment of using hardwood in emerging product systems-Method development and case study application to the hardwood harvest in the Bavarian region. Doctoral dissertation, Technische Universität München. https://mediatum.ub.tum.de/doc/1783063/1783063.pdf
Doktorprüfung:
Dr.-Ing. Anna Sander-Titgemeyer am 22.09.2025

