Verbundprojekt A-DUR: Revitalisierte Auwälder – Dynamik und Resilienz im Zeichen der Multifunktionalität
Gesellschaftlicher Wert urbaner Wälder
Auwälder gehören zu den gefährdetsten Lebensräumen Mitteleuropas. Um Bayerns größtes zusammenhängendes Auwaldgebiet entlang der Mittleren Isar zu schützen, wurden 2.312 ha Staatswald aus der Nutzung genommen und als Naturwald „Auwälder an der mittleren Isar“ ausgerufen. Um die Auswirkungen dieses Nutzungswandels auf Natur und Gesellschaft zu untersuchen, startete 2024 das Forschungsprojekt A-DUR. Dieses gliedert sich in fünf Teilprojekte, die sich mit 1) Gehölzverjüngung, 2) Walddynamik, 3) Artenschutz, 4) Klimaleistungen und 5) dem gesellschaftlichen Wert der Auwälder an der mittleren Isar befassen. Koordiniert wird das gesamte Projekt bei Dr. Anna-Kathrina Eisen an der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) in Freising.
Im Rahmen von Teilprojekt fünf wird an der Professur für Urbane Produktive Ökosysteme (UPE) der gesellschaftliche Wert urbaner Wälder untersucht. Der Fokus liegt hier auf folgenden Fragen: 1) Wie werden die Auwälder an der mittleren Isar von der Bevölkerung genutzt? 2) Welche Ansprüche und ästhetische Präferenzen an stadtnahe Auwälder bestehen von Seiten der Gesellschaft? 3) Welchen gesellschaftlichen Wert haben stadtnahe Wälder für die Bevölkerung?
Besonderer Fokus liegt dabei auch auf der Dynamik der Auwälder an der mittleren Isar. Für die Erforschung der Fragen werden zudem verschiedenste Bevölkerungsgruppen miteinbezogen. Neben der technischen Besucherzählung im Gebiet (Projektpartner: Green-Solutions GmbH) werden verschiedene sozialwissenschaftliche Methoden angewandt, wobei hier besonders der partizipative Ansatz eine große Rolle spielt: z. B. können Interessierte aus der Bevölkerung über Community Science bei der Datenaufnahme und Auswertung verschiedener Daten teilhaben und mitdiskutieren, u. a. sind Projekte mit Schulklassen geplant sowie zum Projektende eine Ausstellung, um die Ergebnisse für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Mehr Infos zum Teilprojekt oder zur aktiven Teilnahme: korinna.kappler@tum.de
Mehr Infos zum Verbundprojekt: Auwaldforschung mit A-DUR
Verbundpartner:
Technische Universität München (TUM)
Professur für Wald- und Agroforstsysteme
Lehrstuhl für Renaturierungsökologie
Lehrstuhl für Hydrologie und Flussgebietsmanagement
Professur für Ökoklimatologie
Professur für Sport- und Gesundheitsdidaktik
Professur für Urbane Produktive Ökosysteme
Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)
Botanik, Vegetationskunde und Gebirgsökosysteme
Zoologie, Wildtierökologie, Entomologie
Institut für Ökologie und Landschaft
Angewandte Standortslehre und Ressourcenschutz
Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF)
Forstverwaltung Bayern (AELF Ebersberg-Erding)
BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN Kreisgruppe Freising)
Scientes Mondium UG (SCIMOND)
Green-Solutions GmbH
Förderung:
A-Dur ist Teil der Fördermaßnahme Regionale Innovationsgruppen für eine klimaschützende Wald- und Holzwirtschaft (REGULUS). Das Projekt wird im Rahmen der Strategie zur Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert. Als Projektträger fungiert die Projektträger Jülich | Forschungszentrum Jülich GmbH (ptj) (Förderkennzeichen: 033L308).
Laufzeit:
01.02.2024 – 31.01.2029
Team und Kontakt:
Korinna Kappler (PhD-Kandidatin, TUM-UPE): korinna.kappler@tum.de
Monika Egerer (PI, TUM-UPE): monika.egerer@tum.de
Gerd Lupp (WiMI, TUM - Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung): gerd.lupp@tum.de