URBLOOM: Umgestaltung städtischer Blumenbeete für die Zukunft: nachhaltige Nutzung und Schutz von Bestäubern
Angesichts des weltweiten Rückgangs der Bestäuberpopulationen in den letzten zwei Jahrzehnten weisen aktuelle Studien darauf hin, dass städtische Gebiete als Rückzugsorte für Bestäuber dienen könnten und möglicherweise günstiger sind als landwirtschaftliche Flächen.
Die meisten Zierpflanzen in europäischen Städten sind Einjährige, die nach verschiedenen Kriterien ausgewählt werden, darunter ihre ästhetischen Qualitäten im Gartenbau. Darüber hinaus müssen die derzeitigen Zierpflanzen häufig gegossen werden und sind möglicherweise nicht gut an den städtischen Wärmeinseleffekt (Urban Heat Island, UHI) und den Klimawandel angepasst, die die Phänologie der Pflanzen verändern. Der UHI-Effekt erhöht die Temperaturen in Städten, wodurch Zierpflanzen thermischem Stress ausgesetzt sind und der Bewässerungsbedarf steigt. Dürre kann die Größe der Pflanzen und die Blütenressourcen für Bestäuber erheblich reduzieren und somit deren Besuchsfrequenz beeinträchtigen.
Daher ist eine Umstellung der Blumenpflegepraktiken dringend erforderlich, an der alle Beteiligten, von Gärtnern bis hin zu Bürgern, beteiligt sind. Dieses Projekt zielt darauf ab, nachhaltige Blumenbeet-Artenzusammensetzungen zu entwickeln, die sowohl krautige Zierpflanzen als auch Wildpflanzen umfassen, mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu verbessern, Bestäuberpopulationen zu unterstützen und sich an den Klimawandel anzupassen.
Es leistet auch Pionierarbeit bei nicht-tödlichen Methoden zur Beobachtung von Bestäubern und bezieht die Bürgerwissenschaft mit ein, wodurch die Forschung inklusiv und partizipativ wird.
Hauptziele
Unser Projekt zielt darauf ab, nachhaltige Pflanzenzusammensetzungen für Blumenbeete der Zukunft zu entwickeln und diese mit traditionellen Zusammensetzungen in neun europäischen Städten zu vergleichen. Konkret werden wir folgende Fragen untersuchen:
- Welche quantitativen floralen Merkmale weisen Blumenbeete der Zukunft im Vergleich zu traditionellen Blumenbeeten auf?
- Wie attraktiv sind Blumenbeete der Zukunft für Bestäuber?
- Welche Auswirkungen hat Trockenheit auf diese Blumenbeete?
- Auf welche Änderungen in der Praxis können sich alle Beteiligten gemeinsam einigen?
- Wie können wir zukünftige Blumenbeete mithilfe eines multikriteriellen Bewertungsansatzes bewerten?
Hauptaktivitäten
- Wir verfolgen einen interdisziplinären Ansatz, der Natur- und Sozialwissenschaften kombiniert, um umsetzbares Wissen zu generieren, das öffentliche Politik informieren und einen transformativen Wandel fördern soll.
- Die Zusammensetzung der Blumenbeete wird entsprechend den bioklimatischen Regionen, den Beiträgen lokaler Interessengruppen und der Attraktivität der Pflanzen für Bestäuber ausgewählt.
- Blütenmerkmale und deren Reaktionen auf Trockenheit werden anhand standardisierter Protokolle gemessen, um die Vergleichbarkeit zwischen den Städten zu gewährleisten.
- Wir entwickeln ein neuartiges, nicht-tödliches Instrument zur Erkennung und Klassifizierung verschiedener Gruppen von Bestäubern und beziehen dabei aktiv ein breites Spektrum von Interessengruppen (z. B. Verwalter und Nutzer städtischer Grünflächen, ehrenamtlich tätige Bürger und Schulklassen) in die Bestimmung der Bestäuber ein.
- Wir bewerten die Wahrnehmungen von Verwaltern, Planern und Nutzern städtischer Grünflächen hinsichtlich zukünftiger Blumenbeete, einschließlich deren Gestaltung, Umsetzung und Pflege, unter Verwendung sozialwissenschaftlicher Methoden.
- Wir führen Datenanalysen und multikriterielle Bewertungen durch, um die ökologische, soziale und funktionale Leistungsfähigkeit zukünftiger Blumenbeete zu bewerten.
Das Projekt wird in vier Ländern durchgeführt: Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz.
Verbundpartner:
- Laboratory Agronomy and Environnement, University of Lorraine, Nancy, France (LEAD)
- Evolution-Ecology-Palaeontology Lab, University of Lille-CNRS, Lille, France
- Institute of Ecology and Environmental Sciences of Paris, Paris, France
- Research Centre in Biodiversity and Environment, University of Toulouse-CNRS, Toulouse France
- Population Environment Development Laboratory, Aix Marseille University, Marseille, France
- Urban Productive Ecosystems, Technical University of Munich, Munich, Germany
- Basque Centre for Climate Change, Leioa, Spain
- School of Engineering, Architecture and Landscape of Geneva, HES-SO – University of Applied Sciences and Arts Western, Geneva, Switzerland
- Natural History Museum – Leibniz Institute for Evolution and Biodiversity Science, Berlin, Germany
- Centre for Ecology and Conservation Sciences, Natural History Museum, Paris, France
- The Mediterranean Institute of Biodiversity and Marine and Continental Ecology, Aix Marseille University, Marseille, France
Förderung:
Das Projekt wird im Rahmen von das Biodiversa+ European Biodiversity Partnership Programm gefördert (Call: Biodiversity and Transformation, BiodivTransform).
Laufzeit:
01/03/2026 – 28/02/2029
Team und Kontakt:
Regina Hüttl (TA, TUM-UPE): regina.huettl@tum.de
Monika Egerer (PI, TUM-UPE): monika.egerer@tum.de
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