TP3: Auswirkungen der Bewirtschaftung auf die Schutzfunktion von Bergwäldern
Ein im Kontext von Schutzwald intensiv diskutiertes Thema ist die Frage, ob Gebiete, die nicht aktiv bewirtschaftet werden, weil z.B. der Schutz der Artenvielfalt im Vordergrund steht (wie im Nationalpark Berchtesgaden), sich negativ auf den Schutz vor Naturgefahren auswirken. Einerseits kann aktive Bewirtschaftung negativen Entwicklungen in der Waldstruktur frühzeitig entgegenwirken. Andererseits zeigen sowohl empirische als auch auf Simulationen beruhende Studien, dass natürliche Waldentwicklung ohne menschlichen Eingriff ebenso in der Lage ist, die Schutzwirkung und Erbringung von regulierenden Ökosystemleistungen zu gewährleisten. Die Frage nach der Rolle und dem Effekt von Bewirtschaftung im Bergwald bleibt daher weitgehend ungeklärt, gewinnt jedoch im Klimawandel immer mehr an Bedeutung, da vermehrte Störungen auch im Hochgebirge (z.B. Borkenkäfer-Mortalität bis an die Waldgrenze) den Schutzwald zunehmend unter Druck setzen. Das Ziel des Teilprojektes ist daher die Quantifizierung der Schutzfunktion von unterschiedlich bewirtschafteten Bergwäldern im Klimawandel. Methodisch kommt dabei das hochaufgelöste, individualbasierte Waldmodell iLand zum Einsatz, mit welchem sich Waldentwicklung und Baumartenzusammensetzung unter Klimawandel sowie der Einfluss von Störungen wie Waldbrand und Borkenkäfer unter unterschiedlichen Waldmanagementstrategien simulieren und die Schutzfunktion quantifizieren lässt.