TP5: Angebot und Nachfrage von Ökosystemleistungen in Bergwäldern
Gebirgswälder stellen vorrangig Schutz vor Naturgefahren, aber auch Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten bereit und bieten die Möglichkeit zur Erholung, die nachwachsende Ressource Holz ist im Gebirge oftmals nachrangig. Der Schutz vor Naturgefahren bildet gewissermaßen die „Leitökosystemleistung“ im Gebirgswald. Die Kapazität solcher Schutzleistungen und somit ihr Angebot lässt sich anhand von Indikatoren messen, die durch moderne, oft fernerkundungsbasierte Informationserfassungsmethoden quantifizierbar sind (siehe TP4). Dagegen ist nur wenig über die Nachfrage der Bevölkerung nach Schutz- bzw. Versicherungsleistungen des Waldes bekannt, diese sollen deshalb mithilfe sozioökonomischer Methoden bestimmen werden. Hierzu soll ein so genanntes Choice-Experiment konzipiert und durchgeführt werden. Dabei werden bestimmte Waldattribute hinsichtlich der Schutzfunktion im Rahmen von Experimenten bewertet. Die Ergebnisse können dann in räumliche Analysen einfließen (z.B. auch in Zusammenarbeit mit TP3, TP4). Ist einmal bekannt, wie wo es eine besondere Nachfrage nach welchen Schutzleistungen gibt, lassen sich einerseits Vergleiche mit dem aktuellen Angebot von Schutzleistungen durchführen sowie Bewirtschaftungsmaßnahmen zur Verbesserung der räumlichen Bereitstellung von Schutzleistungen entwerfen. Andererseits können Zielkonflikte mit dem Schutz von Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten abgeleitet werden. Die oft mit einer hohen Schutzwirkung verbundenen dichten und schattigen Dauerbestockungen verdrängen beispielsweise lichte und artenreiche Vegetation, wie Schneeheide-Kiefernwälder. Basierend auf den geplanten Untersuchungen sollen dann landschaftliche Optimierungen durchgeführt werden, die das Zusammenspiel des Angebots von und der Nachfrage nach Schutzleistungen verbessern, aber auch Zielkonflikte mit anderen Ökosystemleistungen vermindern helfen.