Fotowettbewerb Auslandsaufenthalt 2025/2026
Das Motto des Fotowettbewerbs “Auslandsaufenthalt” 2025/2026 (für alle im Fachbereich “Landschaft”, welche im Ausland sind) lautete “Neue Wege”. Es werden Büchergutscheine für den 1.-3. Preis verliehen (50,-/30,-/20,- EUR).
Einsendeschluss war So 1.März 2026. Das Schiedsgericht (Prof. Kollmann, Regina Enhuber, Eleanor Chapman, Andreas Printz) hat sich für die folgenden 3 Preisträger entschieden:
1.Preis: Ida Katharina Dressler
Khata Corridor, Bardia, Nepal
Ida Katharina Dressler schreibt zu ihrem Fotobeitrag:
"Menschen aus der Tharu Community tragen Feuerholz aus dem Community Forest in ihr Dorf in Vorbereitung auf das Neujahresfest „Maghi“, welches am 15. Januar gefeiert wird. Das Neujahresfest symbolisiert Freiheit, den Beginn des Frühlings, das Ende des Winters und die neue Erntezeit. Nach dem Datum beginnt der Zyklus der Bauern von neuem. Gerade haben sie die Reisernte hinter sich, welche das größte Einkommen im Jahr bringt.
Das Bild zeigt auch einen Ausschnitt aus meiner Dokumentation „Life Inside a Corridor“, welche ich hier über 5 Monate Praktikum gedreht habe. Der Film wird voraussichtlich bei Semesterbeginn fertig sein. Er zeigt die Lebensrealität der Tharu Community in dem Korridor, welcher zwei Nationalparks verbindet und somit migrationsroute für Megafauna, wie Tiger, Leoparden und Elefanten ist. Die Menschen haben mit großem Konflikt mit diesen Tieren zu kämpfen und leiden unter Ernteverlust, Nutztierriss und Verletzungen oder sogar Tod der Bevölkerung. Die Dokumentation zeigt die Probleme der Menschen, gibt aber auch Hoffnung für „Neue Wege“ durch NGOs wie Ujyalo Nepal, bei welcher ich mein Praktikum absolviere."
“Neue Wege” auf vielen spannenden Ebenen, auch fotographisch gut gelöst.
2. Preis: Franziska Hupfauf
Quebrada de Humahuaca, Provinz Jujuy, Argentinien
Im Moment fehlt noch die Erläuterung der Fotografin.
Durch Reverse Image Search haben wir immerhin herausgefunden, dass die Landschaft auf dem Foto sich in dem Land befindet, in welchem Katharina Hupfauf auch ihr Praktikum absolviert hat.
Wir fanden es auf alle Fälle einen beeindruckenden, neuen Weg in eine grandiose 14-Farben-Berg-Landschaft…
3. Preis: Ashleigh Newby
Wildpferde bei Mestia, Großer Kaukasus, Georgien
“Das Bild wurde im Großen Kaukasus, der Russland und Georgien trennt, aufgenommen. Genauer gesagt in der Wanderregion Mestia. Die umliegenden Gipfel ragen bis zu 4.000 m bis ca. 5.200 m hoch. Wir sind auf ca. 2.700 m gewandert. Hier gab es viele Wildpferde, die sehr freundlich waren. Um in die Stadt zu kommen, mussten wir acht Stunden von Tbilissi aus mit einer „Marshrutka” fahren. Diese sind noch ein Überbleibsel aus der ehemaligen Sowjetunion und typisch für postsowjetische Länder. Die Fahrer dieser Minibusse sind für ihre wilde und rücksichtslose Fahrweise bekannt. Zusätzlich besitzen diese Busse meist auch keine Anschnallgurte, was die Fahrt durch enge Gebirgspassagen besonders abenteuerlich macht.”
… und hier sind die übrigen, nicht bepreisten, aber trotzdem tollen Foto-Einsendungen. Viele davon auch fotografisch wertvoll, aber nicht so passend zum Motto “Neue Wege”. Bei einigen eine tolle Geschichte dahinter, die das relativ “harmlose” Foto aber nicht direkt übersetzt. Leider gibt es nur 3 Preise. Wir hatten es diesmal nicht leicht mit unserer Entscheidung:

Viele Wege, die man im Auslandsaufenthalt geht, sind neu und unbekannt.
An der Klippe von Møns Klint, seit 2025 ein UNESCO-Welterbe und unweit von Kopenhagen.
(Mehr Erläuterung nachfolgend unten*)

Aufgrund der Folgen des Klimawandels und der extremen Hitze in Bangkok wird hier mittlerweile größtenteils nur noch nachts gearbeitet – eine notwendige Anpassung an die veränderten Bedingungen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist: Wann wird es in Deutschland ähnlich weit kommen?

Das Foto zeigt einen Holzsteg, der über einen See zu einer finnischen Sauna am waldbewachsenen Ufer führt - ein Weg, der sich einem so nur in Finnland zeigt. Mehr Story unter **
* zum ersten (nicht prämierten Bild) der Erläuterungstext:
Viele Wege, die man im Auslandsaufenthalt geht, sind neu und unbekannt.
Diese Landschaft, entlang eines Strands an der Klippe von Møns Klint, seit 2025 ein UNESCO-Welterbe und unweit von Kopenhagen gelegen, habe ich zum ersten Mal besucht. Eine wilde Strandlandschaft, viele Steine und Totholz, links das flache, weite, offene Meer und rechts die fast erschlagend-wirkenden Felsen der Klippe. Es gibt keine gepflasterten Wege, keine Parkplätze oder ähnliche Infrastrukturen, die das Erleben dieser besonderen Landschaft für Besucher*innen vielleicht erleichtern würden. Dennoch wird, wie im Bild zu sehen, ein Weg sichtbar, einer, der nur dann zum Vorschein kommt, sobald Personen diese Landschaft durchqueren. Diesen neuen Weg, den ich an diesem Tag, mit allen anderen Besucher*innen gegangen bin, gibt es nicht immer. Jeden Tag entsteht ein neuer Weg, der für eine kurze Zeit sichtbar bleibt, je nachdem wie die Personen diese Landschaft in ihrem eigenen Interesse erleben wollen. Das ist das Besondere an solchen Landschaften, sie werden in ihrer vollen Natürlichkeit belassen, während sie frei erlebbar bleiben und neue Wege zum Vorschein bringen können.
** mehr Story zum Stegbild von Annika Pahl:
Die Sauna, der Hot pot und der dahinterliegende Wald gehören alle zu einer studentischen Verbindung der Universität Helsinki. Dorthin eingeladen wurden eine Erasmus-Freundin und ich von meiner finnischen Tandempartnerin. Gemeinsam haben wir dem Vordach der Sauna einen neuen Anstrich verpasst.
Ein vor Abreise wirklich unerwarteter „neuer Weg“, der sich aus Begegnung, Offenheit, Vertrauen und gemeinsamer Zeit herauskristallisiert hat.
***mehr Info zum Winterbild von Marieke Kulczak:
Bei –20 °C im kanadischen Winter verwandelt sich der Lac-Saint-Pierre in Québec in einen begeh- und befahrbaren Weg. Der See wird zur Infrastruktur: Eis ersetzt Asphalt, Spuren ersetzen Straßenmarkierungen. So entsteht eine Verbindung, die nur für wenige Wintermonate existiert, ein Weg, der nur im Ausnahmezustand möglich ist und gerade deshalb neue Perspektiven eröffnet. Mit dem Frühling verschwindet sie wieder und hinterlässt die Erinnerung daran, dass Wege manchmal nur temporär entstehen.












